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2025 Patrizia Schaub

Vom Mindfuck zum Masterpiece – Designer:innen im Spannungsfeld zwischen Bewunderung und Belächeltwerden

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Design ist überall — und trotzdem bleibt es oft unsichtbar. Von außen wird oft nur das fertige Ergebnis wahrgenommen: ein Logo, eine Website oder eine Kampagne. Der Weg dorthin, die Fragen, Entscheidungen und Aushandlungsprozesse im Hintergrund, bleiben häufig verborgen. So entsteht schnell der Eindruck, Design sei vor allem oberflächliche Dekoration — etwas Austauschbares, das am Ende eines Prozesses hinzugefügt wird.

Für viele Designer:innen entspricht diese Wahrnehmung jedoch kaum der Realität ihrer Arbeit. Sie analysieren Probleme, strukturieren komplexe Inhalte, übersetzen zwischen Disziplinen und treffen Entscheidungen, die beeinflussen, wie Produkte, Informationen oder Systeme funktionieren.

Die Masterarbeit untersucht dieses Spannungsfeld zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung. Forschungsgrundlage sind neben der Literaturrecherche eine Umfrage unter 129 beruflichen Designer:innen sowie fünf vertiefende Interviews. Die Ergebnisse zeichnen ein widersprüchliches Bild: Designer:innen werden häufig erst spät in Prozesse eingebunden, wenn viele grundlegende Entscheidungen bereits getroffen wurden und ihr Gestaltungsspielraum begrenzt ist. Gleichzeitig übernehmen sie Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die allerdings meist anderen Disziplinen zugeordnet und somit nicht als Bestandteil von Design gesehen werden. Trotz hoher Ausbildung und Verantwortung steht diese Rolle oft in keinem Verhältnis zur finanziellen Wertschätzung.

Ein Teil der Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, woher verbreitete Klischees über Design kommen und wieviel Einwirkung Designer:innen selbst darauf haben. Das Selbstbild von Designer:innen beeinflusst maßgeblich, wie sie sich nach außen darstellen und wie Design dadurch wahrgenommen wird. Um langfristig etwas zu verändern, muss sich deshalb das Bild von Design aus der Designcommunity heraus transformieren.

Aus der Analyse ist ein offenes Reflexionswerkzeug entstanden: ein Set aus über 100 Fragen, das Designer:innen dazu einlädt, über ihre Rolle, Verantwortung und Arbeitsrealität ins Gespräch zu kommen. Einige der Fragen wurden inspiriert oder weiterentwickelt aus dem Buch Work Love von Joni Marriott und Birte Spreuer. Das Fragenset versteht sich nicht als fertiges Produkt, sondern als Ausgangspunkt für Austausch, Reflexion und zukünftige Workshopformate — mit dem Ziel, Räume für eine bewusste Weiterentwicklung des Berufsbildes zu schaffen.

Studiengang

Transformation Design (MA)

Betreuung

Prof. Ulrich Fleischmann, Prof. Dr. Felix Kosok