2026 Lea Meesters
Wer denkt, verliert – – und warum Mütter es trotzdem tun
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Die Arbeit untersucht Mental Load als unsichtbare Form kognitiver Sorgearbeit und geht Mustern auf den Grund, die geschlechtsspezifisch entstehen, weitergegeben und im Alltag reproduziert werden.
Mental Load beschreibt die dauerhafte kognitive Verantwortung für Organisation, Planung und Antizipation des Familienalltags. Sie liegt statistisch überproportional bei Frauen und Müttern, auch in Partnerschaften, die sich explizit zur Gleichberechtigung bekennen.
Die Ursachen sind multistrukturell: innerpartnerschaftliche Mechanismen wie strategische Inkompetenz und Maternal Gatekeeping, geschlechtsspezifische Sozialisation und kapitalistische Verwertungslogiken, die von unsichtbarer Sorgearbeit profitieren, ohne sie anzuerkennen.
Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass Mental Load nicht erst mit der Familiengründung entsteht, sondern viel früher: in impliziten Erwartungen, Rollenbildern und alltäglichen Selbstverständlichkeiten.
Genau dort setzt MeLoad an: ein digitaler Prototyp einer Cultural Probes App, der Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren spielerisch für Mental Load sensibilisiert. Über drei Tage laden Aufgaben und Mini-Games dazu ein, unsichtbare Sorgearbeit im Alltag zu entdecken, zu hinterfragen und erste Ideen für eine gerechtere Verteilung zu entwickeln. Und das bevor Muster sich verfestigen.
„Wer denkt, verliert" soll so zu „Wer denkt, gewinnt" werden – damit kognitive Sorgearbeit als gemeinsame Aufgabe verstanden wird.
Studiengang
Transformation Design (MA)
Betreuung
Prof. Ulrich Fleischmann, Dr. Heike Krebs