2026 Serafin Bodendorf, Andreas Dimpfl, Zoe Finkenzeller, Felix Geiger, Daniel Kroul, Saskia Schleicher, Gabriel Seibold, Felix Tamm, Kevin Welz, Marcel Winatschek
Maupe – Ein Instrument für barrierefreie Kommunikation
Tags
Die Maupe ist ein elektronisches Musikinstrument, das Menschen mit kognitiven und somatischen Beeinträchtigungen über Bewegung und Klang einen intuitiven, sprachfreien Zugang zu Musik verschafft. Dabei werden neue Wege für Kommunikation und gemeinsames Erleben eröffnet.
Menschen mit Behinderung leben häufig in Wohngruppen, in denen gemeinsames Erleben und soziale Teilhabe zentral sind. Verbale Verständigung ist aber oft nur eingeschränkt möglich. Musik bietet hier einen niedrigschwelligen Zugang, denn sie wirkt unmittelbar auf Emotionen und kommt ganz ohne Sprache aus.
In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. und dem Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg ist die Maupe entstanden: ein Instrument, das auf Bewegung mit Klang reagiert. In mehreren Workshops mit Bewohnerinnen und Bewohnern einer Wohneinrichtung in Ursberg wurde erprobt, welche Bewegungen intuitiv zugänglich sind. Daraus kristallisierten sich drei Interaktionsformen heraus, die allen Teilnehmenden offenstanden: Schütteln, Schieben und Drehen. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Form der Maupe: Zwei zylindrische Hälften, die sich auseinanderziehen, unabhängig voneinander drehen und gemeinsam schütteln lassen.
Technisch erfassen eingebaute Sensoren die Bewegungen. Ein Raspberry Pi erzeugt aus diesen Bewegungen in Echtzeit Klänge, die über einen internen Lautsprecher ausgegeben werden. Der Kopf der Maupe ist magnetisch austauschbar und enthält einen NFC-Chip mit einem Klngset: Wird ein neuer Kopf aufgesetzt, wechselt automatisch das Klangset. Es gibt verschiedene Stile von Klassik über Chiptune bis Blues. Jeder Kopf trägt außerdem eigene, textilbedruckte Augen und gibt der Maupe so einen individuellen Charakter. Dank integriertem Akku ist sie komplett kabellos nutzbar.
Studiengang
Interaktive Medien (Projekt)
Betreuung
Prof. Dr. Silvan Mertes, Prof. Andreas Muxel
Kooperationspartner
Irina Kuster (Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.) und Wilhelm "Willi" Engel (Dominikus-Ringeisen-Werk Ursberg)